Sprechcomputer

Verschiedene Krankheiten können dazu führen, dass das Sprechen nur noch schwer oder gar nicht mehr möglich ist.
Das sind z. B.
Mit einem Sprechcomputer wird das Sprechen in vielen Fällen wieder möglich.

Der Patient bedient den Sprechcomputer entweder über die Finger, über die Augen ("Augensteuerung") oder über einen Taster.
So schreibt der Patient entweder einen Text mit Buchstaben (Schriftsprache), oder er wählt vorgefertigte Sätze aus oder er wählt Symbole aus, hinter denen Texte hinterlegt sind (Symbolkommunikation).
Eine sehr natürlich klingende Computerstimme spricht den gewünschten Text dann aus.

Hier ein Beispiel:
Marianne
Andreas

Über den Sprechcomputer ist darüber hinaus auch das Bedienen von elektrischen Geräten und die Steuerung des Rollstuhls möglich.

Augensteuerung

Oft kann der Patient nur über die Augen kommunizieren (z. B. in der späten Phase von Amyotropher Lateralsklerose oder nach einem Schlaganfall oder wenn er beatmet wird).
In diesen Fällen kann der Sprechcomputer über eine Augensteuerung bedient werden.
Eine Augensteuerung ist eine spezielle Kamera, die die Augen des Patienten beobachtet.
Die Kamera erkennt, wo der Patient auf dem Bildschirm hinschaut.

Der Patient sieht dann auf dem Bildschirm eine Liste von Sätzen, z. B. "Ich habe Durst.", "Ich habe Schmerzen.", etc.
Schaut der Patient nun lange genug auf einen dieser Sätze, so wird dieser Satz von der Computerstimme ausgesprochen.
So kann der Patient über die Augen kommunizieren.
Natürlich kann der Patient auch ganz eigene Texte schreiben: Auf dem Bildschirm werden Buchstaben angezeigt, die der Patient mit den Augen auswählen kann.

So kann der Patient eigene Texte schreiben, die dann von einer sehr natürlich klingenden Computerstimme ausgesprochen werden.
Der Patient kann auf diese Weise auch E-Mails schreiben und im Internet surfen.
Sogar die Bedienung des Fernsehers ist über eine Umfeldsteuerung möglich: Möchte der Patient beispielsweise den Fernseher lauter machen, so schaut er lange genug auf das Feld "Lauter" auf dem Bildschirm.
Über die Augensteuerung hat der Patient auch dann noch ein sehr hohes Maß an Selbständigkeit, wenn er nicht mehr sprechen kann und sich kaum oder gar nicht mehr bewegen kann.

'Eyetracker

Touch mit Symbolen

Kommunikationshilfen können Symbole zeigen. Diese Symbole können angetippt werden, um darüber zu kommunizieren. Diese sogenannte "Symbolkommunikation" ist nach einem Schlaganfall oft die Kommunikationsmöglichkeit der Wahl, wenn das Sprechvermögen des Patienten gestört ist ("Aphasie").
Symbol-Kommunikation

Anlautieren

Bei Aphasie hilft es oft, den Wortanfang langsam auszusprechen, um dem Patienten beim Wiedererlernen von Wörtern zu helfen. Das kann (meist mit Hilfe einer Logopädin) über den Sprechcomputer erfolgen.
Es werden Symbole angezeigt, die den Patienten wirklich interessieren (z. B. Namen von Verwandten, Fußballstars, etc.).
Klickt der Patient einmal auf das Symbol / das Foto, so spricht der Sprechcomputer den Anfang des Namens aus (z. B. "Ba" für "Banane"). Weiß der Patient nun das Wort, so ist alles gut. Weiß der Patient den Namen aber noch nicht, so tippt er noch einmal drauf. Der Sprechcomputer spricht nun einen weiteren Teil des Namen aus, z. B. "Ba-na".
Das geht so lange, bis der Namen komplett ausgesprochen ist.
Dabei handelt es sich um ein sehr effektives Vorgehen, um das Wiedererlernen von Sprache zu fördern.
Je mehr der Patient übt, desto schneller wird er in Zukunft das Wort erinnern.


Scanning

Manche Patienten können nur noch einen Taster bedienen. Bei diesen Fällen kann dann das sogenannte Scanning benutzt werden.
Beim Scanning "hüpft" die Software von Feld zu Feld, bis der Taster gedrückt wird:

Kommunikation über einen Talker

In manchen Fällen ist lediglich die Sprechfähigkeit des Patienten betroffen. In diesem Fall bietet sich ein spezieller Talker mit Tastatur, mehreren Textfeldern und Schnellschreibknöpfen an.
Mit Hilfe eines solchen Talkers ist eine Kommunikation im Alltag z. B. bei schwerem Stottern oder bei ALS möglich, wenn bisher nur das Sprechen betroffen ist:

Kopfsteuerung

Wenn der Patient über eine gute Kopfbeweglichkeit verfügt, kann über Bewegungen des Kopfes der Mauszeiger auf dem Computerbildschirm bewegt werden.
Zusammen mit einer guten Bildschirmtastatur und virtuellen Mausklicks kann darüber die Windows-Oberfläche bedient werden. So ist ein Arbeiten im gewohnten beruflichen Umfeld möglich.

Umfeldsteuerung

Auch ohne Einsatz der Hände kann der Patient die elektrischen Geräte in seiner Umgebung bedienen. Über den Computer kann er z. B. das Licht ein- und ausschalten oder den Fernseher bedienen.
Möglich wird dies über eine sogenannte Umfeldsteuerung, die an den Computer angeschlossen wird.
Auf dem Computerbildschirm werden entsprechende Felder eingerichtet, um beispielsweise den Fernseher lauter und leiser zu machen, das Programm zu wechseln oder um das Licht ein- und auszuschalten.
Möchte er nun z. B. das Fernsehprogramm wechseln, so klickt der Patient einfach auf das entsprechende Feld auf dem Bildschirm. Der Computer sendet daraufhin den entsprechenden Befehl an das elektrische Gerät.
Weil man auf diese Weise die Geräte im Umfeld steuern kann, nennt sich dies "Umfeldsteuerung".

Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei entsprechender Diagnose in der Regel die Kosten für die genannten Hilfsmittel.
Zuerst erproben wir zusammen mit Ihnen das Hilfsmittel und passen es an Ihre Bedürfnisse an.
Nach einer erfolgreichen Hilfsmittel-Erprobung beantragen wir für Sie das Hilfsmittel und rechnen mit den gesetzlichen Krankenkassen ab.
Wenn Sie privat krankenversichert sind, hängt eine Beteiligung Ihrer Versicherung von den speziellen Konditionen Ihres Vertrages ab.
Die Hilfsmittelerprobung ist aber auch in diesem Fall kostenlos.

Wie läuft eine Hilfsmittel-Erprobung ab?


Tom Weber, Reha-Hilfsmittelsberater, Kommunikationshilfen-Entwickler seit 2003, Speziallösungen für Unterstützte Kommunikation


Sie schreiben uns eine kurze WhatsApp-Nachricht und teilen uns mit, woran Ihr Familienmitglied leidet.

Wir melden uns zeitnah und machen einen Termin für eine Hilfsmittel-Erprobung aus. Dieser ist für Sie kostenfrei.
Vor Ort schauen unsere erfahrenen Mitarbeiter, welche Einschränkungen bestehen.
Wir zeigen Ihnen dann Kommunikationshilfen, die geeignet sind, die Behinderung bestmöglich auszugleichen.

Wichtig ist die Erweiterbarkeit der Kommunikationslösung, wenn das Krankheitsbild sich verändert.
Es ist unerlässlich, dass ein System gewählt wird, das sich an die sich ändernden Gegebenheiten anpassen lässt.
Sowohl bei einer Verbesserung als auch einer Verschlechterung der Symptome.
Betreuung vor Ort
Wir besuchen Sie, Ihren Familienangehörigen oder Ihren Patienten vor Ort.
Wir besprechen gemeinsam, was das gewünschte Endziel ist (z. B. eigenständige Kommmunikation über eine Augensteuerung).
Unsere Mitarbeiter sind deutschlandweit tätig.

Kontakt


Kontaktieren Sie uns, um einen kostenfreien Beratungs-Termin vor Ort auszumachen!

Terminanfragen nehmen wir gerne idealerweise per WhatsApp entgegen: 0176-43822274

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